Nach der sehr guten Artischockenernte im Jahr 2025 gibt es für die laufende Saison stellenweise Herausforderungen.
Zuerst ein Blick nach Peru: Wie auch andere Produktgruppen könnte El Niño (das Wetterphänomen beginnt dort voraussichtlich im März) Anbau und Ernte von Artischocken beeinflussen. Insbesondere steigende Temperaturen stellen ein Problem dar, da für Artischockenpflanzen durchschnittlich 15 Grad Celsius optimal sind und Temperaturen über 22 Grad bereits mit Qualitäts- und Ernteeinbußen einhergehen. So fiel die Ernte 2023 aufgrund der Auswirkungen von El Niño um 30 Prozent geringer aus als üblich. Konkrete Prognosen sind zwar für die laufende Saison bisher nicht möglich, jedoch hat zudem anhaltender Regen bereits die Auspflanzungen sowie die Fruchtentwicklung beeinträchtigt.
Auch in Ägypten werden niedrigere Erträge erwartet – vor allem durch die bedeutend kleinere Anbaufläche. Aufgrund der guten Saison 2025 waren die Rohwarenpreise so stark gesunken, dass Landwirte sich für 2026 gegen den Anbau von Artischocken entschieden haben. Das Resultat: Eine 50 Prozent geringere Anbaufläche als im Vorjahr. Experten rechnen mit 30 bis 40 Prozent weniger Rohware und mit einem Preisanstieg von 5 bis 10 Prozent.
Einzig aus Spanien erreichen uns positive Prognosen. Trotz überdurchschnittlich hoher Niederschlagsmengen im Januar sind die Aussichten sehr gut. Während die Erntemenge auf einem mit 2025 vergleichbaren Niveau geschätzt wird, soll die Qualität laut unserer Expertin vor Ort noch besser sein als im Vorjahr. Das betrifft nicht nur den Geschmack, sondern auch die Textur sowie das Aussehen der Blüten. Das Preisniveau für spanische Artischocken liegt dementsprechend im mittleren bis hohen Bereich.
