In Griechenland hat die Aprikosenernte begonnen, während die Pfirsichernte unmittelbar bevorsteht. Damit lassen sich erste Einschätzungen zu Erntemengen und Preisentwicklungen treffen.
Unser Partner erwartet für beide Obstsorten eine gute Ernte. Bei Pfirsichen wird aktuell mit einer Menge von rund 400.000 Tonnen gerechnet, was einem Anstieg von über 30 Prozent gegenüber 2025 entspräche. Trotz der höheren Verfügbarkeit bleibt das Preisniveau für die Rohware hoch. Niedrigere Preise würden die wirtschaftliche Attraktivität des Pfirsichanbaus gefährden und könnten dazu führen, dass Erzeuger auf alternative Kulturen wie Baumwolle oder Tabak ausweichen. Hinzu kommt, dass der vergleichsweise hohe Anteil kleinerer Früchte die Produktion von Dosenobst erschwert und es kaum verfügbare Lagerbestände aus der Vorsaison gibt. Vor diesem Hintergrund rechnet unser Partner bei Pfirsichkonserven derzeit mit Preissteigerungen von durchschnittlich 5 bis 7 Prozent. Größere Abweichungen sind jedoch möglich, da die Preisgestaltung bereits im vergangenen Jahr je nach Hersteller stark variierte. Konkretere Aussagen werden Anfang Juli nach Packbeginn erwartet.
Bei Aprikosen wurde die Produktion am 12. Juni mit einem Probelauf aufgenommen. Seit dem 15. Juni läuft die reguläre Verarbeitung. Belastbare Rohwarenpreise liegen aktuell nicht vor, werden allerdings im Laufe der nächsten Tage erwartet. Nach Einschätzung unseres Experten ist im weiteren Saisonverlauf mit steigenden Preisen zu rechnen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Nachfrage der Tiefkühlindustrie.
Sowohl bei Aprikosen als auch bei Pfirsichen aus Griechenland wirken derzeit mehrere Faktoren preistreibend. Dazu zählen gestiegene Energiekosten infolge des Krieges zwischen Iran und Israel sowie höhere Lohnkosten. Letztere sind notwendig, um ausreichend Arbeitskräfte für die Tätigkeit in den Produktionsbetrieben bei hohen Temperaturen zu gewinnen.
In China ist die Aprikosenernte bereits seit Ende Mai abgeschlossen. Die Erntemenge liegt etwa 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig sind die Rohwarenpreise gegenüber 2025 um etwa 30 Prozent gestiegen. Wie sich die Preise für Dosenware entwickeln, lässt sich aktuell nicht verlässlich einschätzen. Hintergrund ist die hohe Nachfrage der Tiefkühlindustrie, die mit den Konservenherstellern um die verfügbare Rohware konkurriert. Experten vor Ort schätzen die Produktion von Dosenaprikosen daher nur auf etwa die Hälfte des Vorjahresvolumens.
