Tomaten
Erträge in Südeuropa deutlich geringer

Die Tomatenernte in Südeuropa fällt in diesem Jahr deutlich schwächer aus als erwartet. In Italien waren Ende August rund 60 Prozent der Produktion abgeschlossen, etwa 40 Prozent standen noch aus. Die Ausbeute auf den Feldern liegt mit durchschnittlich 65 bis 70 Tonnen pro Hektar rund 10 bis 15 Prozent unter den üblichen Werten.

Erste Hochrechnungen ergeben für Norditalien zwischen 2,9 und maximal 3 Millionen Tonnen, für Süditalien zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Tonnen. Insgesamt dürfte die italienische Produktion bei etwa 5,2 Millionen Tonnen liegen – deutlich weniger als die ursprünglich erwarteten 5,8 bis 5,9 Millionen Tonnen. Besonders angespannt ist die Lage bei Bio-Tomaten: Hier werden die Einbußen auf 25 bis 30 Prozent geschätzt. Viele bestehende Verkaufsverträge dürften nicht erfüllt werden können. Damit ist Bio-Ware bei Tomaten bereits im dritten Jahr in Folge knapp.

Aktuell gibt es vor allem in Apulien Schwierigkeiten: Nur geringe Mengen erreichen die Fabriken, und das zu sehr hohen Rohwarenpreisen. Dadurch können die Programme nicht wie geplant abgeschlossen werden, was die Produktionskosten erheblich in die Höhe treibt. Im Norden stellt sich die Situation etwas besser dar, doch auch hier wird der niedrige Ertrag pro Hektar – insbesondere bei Bio – bestätigt.

Auch in Spanien zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Statt der prognostizierten 2,7 bis 2,8 Millionen Tonnen wird nur mit 2,3 bis 2,4 Millionen Tonnen gerechnet. Die Ernte läuft voraussichtlich noch bis zum 25. bis 27. September, bei anhaltendem Regen auch länger. Das gilt allerdings als problematisch: Die Früchte können nicht bzw. nur verzögert geerntet werden, und die Fabriken geraten ins Stocken.

Etwas besser sieht die Lage in Portugal aus. Hier liegen die Erträge ungefähr im Rahmen der Erwartungen. Von den ursprünglich prognostizierten 1,4 Millionen Tonnen werden nun 1,3 bis 1,35 Millionen erwartet. Da die Portugiesen sehr spät gestartet sind (zwischen dem 10. und 15. August), muss im September noch mehr als 60 Prozent der Ernte eingebracht werden. Die Felder sehen zwar gut aus, doch auch hier könnte Regen die Abläufe empfindlich stören.

Und in der Türkei? Die Ernte ist geringer als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der Preis für frische Tomaten ist recht hoch und liegt auf demselben Niveau wie in der EU, was den Verkauf von Tomatenprodukten für türkische Erzeuger in die EU erschwert. Die Fabriken laufen langsam und nutzen nur 50 bis 60 Prozent ihrer Kapazität. Die Nachfrage ist schwach. Bereits zu Jahresbeginn war klar, dass die Ernte deutlich niedriger ausfallen würde – in manchen Regionen sogar bis zu 40 Prozent unter Vorjahr. Spätere Pflanzungen konnten das Minus nicht abfedern. AMITOM rechnet offiziell mit 2,2 Millionen Tonnen, manche Quellen erwarten noch weniger. Hitzewellen haben die Ernte gebündelt, sodass die Saison im Hauptgebiet Bursa schon um den 20. September endet. In Konya läuft die Verarbeitung zwar noch bis Mitte Oktober, allerdings ebenfalls mit geringeren Volumina. Die Rohwarenqualität gilt insgesamt als gut bis durchschnittlich.

Für den Markt bedeutet das: Es bleibt vorerst ruhig. Verträge werden nur zögerlich abgeschlossen, da Käufer und Verkäufer die weitere Entwicklung abwarten.

Ein abschließender Blick nach China: Auch dort endet die Tomatenproduktion in rund zehn Tagen. Das Endvolumen auf Fässern dürfte bei unter 0,55 Mio. Tonnen liegen – nach 1,6 Millionen Tonnen im Vorjahr und einer Erwartung von 0,6 Millionen Tonnen zu Saisonbeginn. Damit bleibt die Ernte deutlich hinter den Prognosen zurück.

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