Für ein Update zu Paprika und Peperoni schauen wir in die Türkei: Dort sind die Anbauflächen vergleichbar zu denen von 2024 – die für Lombardi-Peperoni sowie Jalapenos fallen allerdings in diesem Jahr etwas kleiner aus. Was die Anbauer im Frühjahr vor Herausforderungen stellte, waren – ähnlich wie bei den Tomaten in Italien, Spanien und Portugal – die vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Ungefähr fünf Grad lagen sie unter dem Durchschnitt. Die Setzlinge konnten daher erst verspätet auf den Feldern eingepflanzt werden. Inzwischen sind aber alle Pflänzchen im Boden und Experten rechnen mit einer durchschnittlichen Ernte. Von weiteren Verspätungen wird aktuell nicht ausgegangen.
Was bedeutet das für die Preise in dieser Saison? Die Rohwarenpreise scheinen wieder auf Vorjahresniveau zu liegen – allerdings ist mancherorts auch von Erhöhungen von bis zu 30 Prozent die Rede. Was aber bereits jetzt klar ist: stark gesteigerte Arbeitskosten. Im Vergleich zu 2022 sind sie auf das über Siebenfache angestiegen. Da die Ernte von Paprika und Peperoni per Handarbeit erfolgt, werden diese Mehr-Lohnkosten einen direkten Einfluss auf den Preis der Endprodukte haben.
Hinzu kommen gesteigerte Kosten für Verpackungsmaterial sowie die weiterhin hohe Inflation im Land. Anfang Mai lag die Teuerungsrate laut Tagesspiegel zwar auf tiefstem Stand seit 2021 – dennoch ist sie überproportional hoch. Auch die Abwertung der türkischen Lira kann dies nicht komplett abfedern, da sehr viele Produkte in Euro (z. B. der Essig) und in US-Dollar (z. B. das Dosenblech) bezahlt werden.
Über konkrete Preise können wir zum jetzigen Zeitpunkt wenig berichten. Unsere Partner rechnen aber damit, dass Ende Mai Genaueres bekannt sein wird.
