Mit dem Einpflanzen der zarten Tomatenpflänzchen auf die Felder hat die neue Tomatensaison in Italien, Spanien, Portugal sowie der Türkei nun offiziell begonnen. Gebietsweise kam es dabei zu Verspätungen. Die Herausforderung besteht darin: Werden die Setzlinge zu groß, können sie nicht mehr auf die Felder gepflanzt werden, weil sie durch ihre Größe zu instabil werden und in der Erde kein ausreichend starkes Wurzelwerk mehr ausbilden können. Konkret sieht es in den unterschiedlichen Anbauregionen wie folgt aus:
Aufgrund des unbeständigen Wetters, verhältnismäßig geringer Temperaturen und des vielen Regens konnten die Tomatenpflanzen in Norditalien erst verspätet gesetzt werden. Unser Partner vor Ort ist aber optimistisch, dass diese Verzögerungen in den nächsten Tagen gut aufgeholt werden können. Ebenso positiv der Blick auf das Wasser – zumindest in Norditalien scheint es auch in diesem Jahr kein limitierender Faktor zu werden. Anders in Süditalien, wo die Reserven schon jetzt bedenklich niedrig sind. Wegen des Wassermangels wurden die Anbauflächen dort bereits reduziert (wir berichteten in den Food News 3/2025). Das Setzen der Tomatenpflanzen läuft hier hingegen wunderbar nach Plan.
Von den stärksten Verzögerungen berichtete unser Partner in Spanien und Portugal. Zu unserem Gesprächszeitpunkt am 15. Mai waren beispielsweise in der spanischen Region Extremadura diese Zahlen bekannt: In dem Gebiet Vega Alta waren etwa 60 bis 70 Prozent der geplanten Pflanzen gesetzt, in Vega Baja gerade einmal 15 bis 20 Prozent. Für beide Gebiete in dieser Region liegen die Einpflanzungsquoten normalerweise zu diesem Zeitpunkt bereits um die 80 bis 90 Prozent. Aus Portugal erreichten uns ähnliche Zahlen: Hier seien bisher maximal ein Drittel der geplanten Pflanzen in der Erde. Laut regulärem Zeitplan sollten die Auspflanzungen hier ebenfalls bei ca. 80 Prozent liegen. „Es wird für die Anbauer nicht möglich sein, diese Verspätungen komplett aufzuholen“, so unser Ansprechpartner. Wahrscheinlich wird ein Teil der Pflanzen nicht gesetzt werden können. Ende des Monats wird es konkretere Informationen und Zahlen hierzu geben.
Zuletzt ein Blick in die Türkei: Auch hier liegen die Auspflanzungen wetterbedingt zwei Wochen hinter Plan und werden bis Anfang Juni andauern. Zudem haben sich einige Erzeuger relativ spät für den Tomatenanbau entschieden, da die Gewinnaussichten zunächst als ungewiss diskutiert wurden. Ersten Schätzungen unseres Partners zufolge könnte die Erntemenge daher ca. 10 Prozent niedriger ausfallen als gewöhnlich.
Was bedeutet das für die Tomatensaison 2025? Klar ist: Die Ernte wird vielerorts später als gewöhnlich starten – und von allen klimatischen Herausforderungen abhängig sein, die im September und Oktober möglich sind. Mit unseren Food News halten wir Sie selbstverständlich stets auf dem Laufenden.
