In der Türkei bleibt Paprika ein stabiler Artikel, der mehrfach und über einen längeren Zeitraum geerntet wird. Dennoch liegen die Preise aktuell über dem Vorjahresniveau. Zwar ist der Euro stark gegen die schwächelnde Türkische Lira, doch galoppierende Inflation und steigende Kosten – etwa für Leerdosen, Löhne und Energie – treiben die Gesamtausgaben in die Höhe. Positiver sieht es auf den Feldern aus: Die Paprikapflanzen zeigen sich weitgehend hitzeresistent und robust.
Bei Peperoni ist die Lage angespannter: Durch schnelleres Ausreifen und Verbrennungen verkürzt sich die Erntezeit, was die Rohwarenpreise um rund 20 bis 25 Prozent steigen lässt. Eine 5-Kilo-Dose Peperoni-Ringe kostete zuletzt 5,70 bis 5,80 Euro, aktuell liegt der Preis bei etwa 6,40 Euro. Ob diese Preiserhöhungen am Markt durchsetzbar sind, bleibt unklar, da etwa Ägypten deutlich günstiger anbietet.
In Ägypten ist der Peperoni-Markt jedoch aus Produktionssicht weiter angespannt: Hohe Sommertemperaturen und starker Schädlingsbefall belasten die Ernte. Vor allem Weiße Fliegen und Thripse – winzige Fransenflügler, die Blüten und Früchte schädigen – beeinträchtigen den Fruchtansatz, besonders im Freilandanbau. Hinzu kommen Wasserknappheit, steigende Bewässerungskosten und eine Versalzung der Böden, die die Qualität beeinträchtigt.
Während die Jalapeño-Ernte in Ägypten in dieser Saison erfreulich gut ausfiel, steht der Anbau von Lombardi-Peperoni unter besonderem Druck. Hitzewellen und unzeitiger Regen führten zu Ertragseinbußen, Probleme mit importiertem Saatgut zu lückenhaften Beständen. Viele Landwirte weichen zudem auf margenstärkere Kulturen wie Tomaten oder Gurken aus, sodass der Lombardi-Anteil weiter sinkt. Erschwerend kommen Arbeitskräftemangel in wichtigen Regionen sowie steigende Transportkosten hinzu.
Die Inlandsnachfrage wächst stetig, während im Export strengere Vorschriften gelten: Rückstandsgrenzen für Pflanzenschutzmittel, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Ware und aufwändige Behandlungen nach der Ernte setzen die Produzenten zusätzlich unter Druck. Welche Auswirkungen diese Entwicklungen mittelfristig auf die Verfügbarkeit und Preise von Peperoni aus Ägypten haben werden, ist derzeit noch unklar. Wir berichten in den Food News weiterhin über das Thema und liefern aktuelle Einschätzungen.
